Die Poesie der Natur - The Poetry of Nature



Werdegang und künstlerischer Fokus

Ich bin in Hamburg aufgewachsen und habe jeden Sommer
am Meer verbracht. Meine Wurzeln reichen sowohl an die Nord-
wie an die Ostsee. Nach dem Abitur zog es mich nach München,
wo ich die Faszination der Bergwelt entdeckte.
Nach meiner Rückkehr nach Hamburg studierte ich an der
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), wo ich
nach dem Studium auch einen Lehrauftrag inne hatte.

Vor meiner reinen Fokussierung auf die freie Kunst war ich erfolgreich
als Grafikerin und Artdirektorin tätig.
Die Leidenschaft für die Malerei begleitete mich jedoch schon immer.
Meine Gemälde sowie Zeichnungen widmen sich intensiv den Motiven
der Natur. Dabei geht es mir nicht um die exakte fotorealistische Abbildung
realer Orte. Stattdessen schaffe ich aus der Erinnerung und inneren
Wahrnehmung sogenannte "Naturkonstruktionen" – oft träumerische
Sehnsuchtsorte mit weiten Meereshorizonten, bewegten
Himmelslandschaften, Bergen oder Wäldern.

Seit 2010 widme ich mich gänzlich der Malerei und betreibe meine eigene
Atelier-Galerie THE POETRY OF NATURE im Hamburger Lehmweg.

Auszeichnungen und Stipendien

Im Laufe meiner künstlerischen Karriere erhielt ich verschiedene namhafte
Stipendien und Förderungen:

EU-Stipendium: Ein dreimonatiger Arbeitsaufenthalt in der
Kunstmetropole Paris.
Künstlerhaus Schloss Plüschow: Ein Arbeitsaufenthalt in dem
renommierten mecklenburgischen Künstlerhaus.
Pentiment: Stipendium an der Internationalen Sommerakademie
für Kunst und Design in Hamburg (Radierklasse Peter Stiefel).
Internationales Landschaftspleinair: Stipendium des Kunstvereins
Schwedt, bei dem die Stadt Schwedt im Anschluss direkt drei meiner
Werke für die städtische Sammlung angekauft hat.


Ausstellungsbeteiligungen
Regionalschau: Dänische und deutsche Kunst im Dialog, Drostei Pinneberg &
Haderslev, Daenemark (GA). Crossing the Ocean, Hamburg (GA,)
Anonyme Zeichner, Berlin, Rom (GA), Rosige Aussichten, galerie/lehmweg33, HH (GA),
Galerie am Kietz, Schwedt (GA), Kunst- und Kulturverein LINDA eV, Hamburg (GA),
Anonyme Zeichner No 9, Kunstraum Bethanien, Berlin (GA), Diverse Wohnzimmersalon,
SES-Kunstprogramm, Hamburg (EA), Galerie Nordhorn, Ausstellungskatalog (GA)
Kloster Schloss Bentlage (GA), Projektausstellung und Publikation Kultur als neue Natur,
FH Hamburg (GA), Elysee-Galerie, Hamburg (GA), Galerie Cato Jahns - Der Raum,
Hamburg, im Rahmen des Kunstprojekts Serial Agreement (GA)

Artikel im Tagesspiegel von Deike Diening vom 29.7.2012 (Auszug)

(...) Margit Meister, Malerin aus Hamburg, steht in ihrem Ausstellungs- und
Verkaufsraum, und die Bilder werfen viel Blau zurück in den Raum. Bei jedem
Wimpernschlag blitzt blauer Schatten auf ihrem Lid. Und um dieses Blau zu malen,
muss Meister ihr Haus gar nicht verlassen.
Ohne Fotovorlagen, aus Innerlichkeit und Farbe, entstehen Landschaften,
Bergpanoramen, Meeresstimmungen und Wasserwelten. Topografien, die es
nur in ihrer Fantasie gibt, und die sie Naturkonstruktionen genannt hat. (...)

Es geht ihr um das Wegnehmen, darum, was man alles nicht braucht und den freien
Blick, den man dabei gewinnt. Sie malt eine Hafenansicht, übermalt sie, Berge,
die sie wieder übermalt. (...)
Margit Meister ist dann, so vertieft, in jedem Sinne bei sich. Und zugleich bei
sich zu Hause. (...)

Es geht um Geborgenheit, sagt sie. Wenn jemand ihr sagt, ich bin gerade in deinem
Bild spazieren gegangen, fühlt sie sich erkannt. Sie ist keine von denen,
die sich vor Festlegung fürchten oder vor Ritualen. Im Gegenteil. Rituale, feste
Wurzeln sind kein Zeichen davon, dass einer stehen bleibt, sondern dafür,
dass einer seinen Platz gefunden hat. (...)


Naturkonstruktionen von Gabriele Staarmann

Es erhebt sich die Frage, warum Künstler heute mit den Mitteln der Natur operieren.
Wurden doch gerade per Computer generierte Bilder thematisiert oder das Betriebssystem
Kunst theoretisch von den Künstlern analysiert. Plötzlich sehen wir Landschaftsbilder,
Werke, die, bevor sie über den Intellekt, zunächst einmal auf der sinnlichen Ebene
wahrgenommen werden können. (... )

Margit Meister gibt dem Betrachter eine Aufgabe, die nicht wenig anspruchsvoll ist:
Sie zeigt das, was zu der klassischen Landschaftsmalerei gehört: perspektivisch und
farblich wunderschön gemalte Landschaftsräume, die auch ihr grosses malerisches
Talent und technisches Können unter Beweis stellen. Ihre Landschaftsbilder sind oftmals
in Vorder-, Mittel- und Hintergrund aufgeteilt und ergeben einen klassischen Bühnenraum.

Aber die Staffage, die Figuren sind nicht vorhanden, die Landschaften sind menschenleer. (...)
In den Landschaftsbildern dürfen wir uns nicht kontemplativ in der Anschauung
versenken, sondern werden durch Worte intellektuell angesprochen. Die Verdampfung
des Textes aus der Landschaftsmalerei ist hier wortwörtlich zurükondensiert:
Naturbild und literarische Textbrocken ergeben ein Ganzes, das den Intellekt und
das Gemüt anspricht.

Die Aufgabe, die Margit Meister uns stellt, ist die Konstruiertheit von Naturwahrnehmung
zu erkennen. Aber das ist noch nicht alles. Viel wesentlicher ist, dass der
Betrachter das Zauberhafte von Margit Meisters Naturkonstruktionen erlebt.

Gabriele Staarmann, April 2004
Der vollständige Text als PDF-Datei